bodenseewald
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Der Wald am schönen Bodensee

Der Bodensee mit seinem Hinterland ist eine der schönsten Ferienregionen (Quelle) in Deutschland, und mit etwa 7,5 Millionen Übernachtungen auf deutscher Seite (Quelle) ist der Tourismus auch ein wichtiger finanzieller Faktor für die Region. 


Die große Zahl der Freizeit-Aktivitäten am und auf dem Wasser lockt  viele Touristen an - natürlich gehören auch wandern, biken und Natur-erleben zum Urlaubsspaß dazu. Nicht nur die Urlauber, auch wir Einheimischen genießen die Schönheiten, die unsere Landschaft bietet: Leben, wo Andere Urlaub machen! Wunderbar!


Auf dieser Seite soll - wie es der Name schon sagt - der Bodenseewald im Mittelpunkt stehen, vor allem der Wald am nördlichen Bodenseeufer, da uns (bis jetzt) keine Informationen über die Situation bei den übrigen Anrainern (Bayern, Vorarlberg und den Schweizer Kantonen) vorliegen.


Wir wollen den Bodenseewald in seiner ganzen Schönheit zeigen, aber auch, wie gefährdet diese Schönheit ist! 

Blick oberhalb Lellwangen in Richtung Alpen

Folgen Sie uns, wir betrachten unsere Landschaft aus der Vogelperspektive und „überfliegen“ mit Hilfe von GoogleMaps den Linzgau. Im Bodenseekreis gibt es laut Landratsamt (Quelle) fast 190 Quadratkilometer Wald. Das hört sich viel an,  der Blick von oben zeigt aber, wie wenig es im Grunde doch ist! Im weiteren Verlauf werden wir auch noch sehen, wie klein der Schritt vom rauschenden Hochwald zur kümmerlichen Fichtenplantage ist.


Natürlich muss der Bodenseewald auch betriebswirtschaftlichen Anforderungen genügen (außerhalb der Bannwälder), das ist das Recht eines jeden Waldbesitzers, aber wie bei jedem Besitz sind mit dem Waldbesitz nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten verbunden.  

 

Das für den Forst zuständige Staatsorgan ist das Kreisforstamt (Quelle), das hoheitliche Aufgaben als Träger öffentlicher Belange wahr nimmt, außerdem Forstaufsicht, Waldschutz, Förderung, Forstrechtliche Genehmigungen.

 

Sein Sebstverständnis:

"Pro Wald – pro Mensch 

Wir bewirtschaften und pflegen die uns anvertrauten Wälder nachhaltig, naturnah und fachkundig....
Unsere Aufgaben sind:

Wirtschaftsverwaltung des Staatsforstbetriebes des Landes Baden-Württemberg
Als ForstBW-Betriebsteil Bodenseekreis bewirtschaften wir den Staatswald des Bodenseekreises überwiegend in extra abgegrenzten Staatswaldrevieren professionell und nachhaltig. Unsere qualitätsgesicherte Waldbewirtschaftung ist zertifiziert. (FSC, PEFC)" 

 

Setzt man diese Selbstdarstellung in Relation zur (verbindlichen!) Aufgabenbeschreibung des Bundesverfassungsgerichtes (siehe Zitat in der rechten Spalte), und gleicht das dann mit der Realität im Bodenseewald ab, so weit das den Landkreis betrifft, tauchen doch ziemliche Zweifel auf, in wie weit der Kreis diese höchstrichterlichen Vorgaben erfüllt.

 

Das BVerfG schreibt den Forstbehörden nicht primär die Nachhaltigkeit der Bewirtschaftung in's Stammbuch, sondern die "Umwelt- und Erholungsfunktion des Waldes"! 

 

Wer mit offenen Augen durch den Forst geht erkennt, dass hier dringend noch nachgebessert werden muss!

 

Wald ist im allgemeinen Verständnis keine Fichtenschonung und auch kein Laubholzjungwald, die UNESCO (Quelle) definiert das so: „Geschlossener Wald (forest) umfasst Bestände von Bäumen mit einer Wuchshöhe größer 5 m (…), deren Kronendach geschlossen ist.“ Nach dieser Definition schrumpft der Bodenseewald in beängstigender Geschwindigkeit.

 

Im Folgenden werden wir versuchen, dem Bodenseewald ein "Gesicht" zu geben, damit Sie sich selbst ein Bild machen können.

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Bundesverfassungsgericht zur Forstpolitik:


"Die Forstpolitik der Bundesregierung ist weniger auf Marktpflege ausgerichtet; sie dient vor allem der Erhaltung des Waldes als ökologischen Ausgleichsraum für Klima, Luft und Wasser, für die Tier- und Pflanzenwelt sowie für die Erholung der Bevölkerung.

 

Neben den wirtschaftlichen Nutzen des Waldes tritt gleichrangig seine Bedeutung für die Umwelt (vgl. §§ 1.6 des BGBl. S. 1037).

 

Die Bewirtschaftung des Körperschafts- und Staatwaldes, der 58 % der Waldfläche in der Bundesrepublik ausmacht, dient der Umwelt- und Erholungsfunktion des Waldes, nicht der Sicherung von Absatz und Verwertung forstwirtschaftlicher Erzeugnisse.

 

Die staatliche Forstpolitik fördert im Gegensatz zur Landwirtschaftspolitik weniger die Betriebe und die Absetzbarkeit ihrer Produkte als vielmehr die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes."

 

(BVG), 31.05.1990

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