bodenseewald
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Allgemeine Informationen

Nachfolgend werden Urteile, Zitate, usw. aufgeführt, die so wichtig sind, dass sie nicht nur im Textzusammenhang genannt werden sollten:

Bundesverfassungsgericht (BVG), 31.05.1990

(2 BvR 1436/87 S. 39)


Die Forstpolitik der Bundesregierung ist weniger auf Marktpflege ausgerichtet; sie dient vor allem der Erhaltung des Waldes als ökologischen Ausgleichsraum für Klima, Luft und Wasser, für die Tier- und Pflanzenwelt sowie für die Erholung der Bevölkerung.

 

Neben den wirtschaftlichen Nutzen des Waldes tritt gleichrangig seine Bedeutung für die Umwelt (vgl. §§ 1.6 des BGBl. S. 1037).

 

Die Bewirtschaftung des Körperschafts- und Staatwaldes, der 58 % der Waldfläche in der Bundesrepublik ausmacht, dient der Umwelt- und Erholungsfunktion des Waldes, nicht der Sicherung von Absatz und Verwertung forstwirtschaftlicher Erzeugnisse.

 

Die staatliche Forstpolitik fördert im Gegensatz zur Landwirtschaftspolitik weniger die Betriebe und die Absetzbarkeit ihrer Produkte als vielmehr die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes.

Kahlschlag

 

Landeswaldgesetz Baden-Württemberg

§ 15 Beschränkung von Kahlhieben (Text)

 

(1) Als Kahlhiebe gelten

1.  flächenhafte Nutzungen,

2.  Einzelstammentnahmen, welche den Holzvorrat eines Bestandes auf weniger als 40 vom Hundert des standörtlich möglichen maximalen Vorrats herabsetzen.

(2) Durch einen Kahlhieb dürfen

1.  der Boden und die Bodenfruchtbarkeit nicht geschädigt,

2.  der Wasserhaushalt weder erheblich noch dauernd beeinträchtigt oder

3.  sonstige Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes nicht erheblich beeinträchtigt werden.

"Umweltdaten 2015" (hier)

Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg"

 

6.6.1  Schutz- und Erholungsfunktionen von Wäldern (Auszug Seite 124)


Der Wald erfüllt verschiedenartige Schutzfunktionen und ist Ort der Erholung und Freizeitgestaltung. Die Schutzfunktionen umfassen z. B. Naturschutz-, Bodenschutz- und Wasserschutzfunktionen. Vielfach erfüllt Wald auf derselben Fläche mehrere Funktionen gleichzeitig.


Die Wälder haben eine große Bedeutung für den Biotop- und Artenschutz. Ihre Großflächigkeit und die naturnahe Bewirtschaftung haben sie zu Rückzugsstätten und Lebensräumen für viele Tier- und Pflanzenarten gemacht. Landesweit unterliegen rund drei Viertel der Waldfläche einer naturschutzrechtlichen Zweckbindung (Tab. 6.6-1). Waldschutzgebiete dienen dem Schutz bestimmter Wald- gesellschaften und der Forschung. Sie sollen langfristig 2 % der Gesamtwaldfläche umfassen, wobei eine repräsentative Verteilung in Baden-Württemberg angestrebt wird. In Bannwäldern ruht jegliche forstliche Bewirtschaftung, in Schonwäldern orientiert sich die Pflege am Schutzzweck.
Die Waldbiotope haben einen Anteil von rund 6 % an der Landeswaldfläche. Die Waldbiotopkartierung wird laufend aktualisiert und bildet mit ihrem Datenpool eine wichtige Basis der naturschutzfachlichen Planung.


Rund 18,4 % der Waldflächen in Baden-Württemberg liegen in FFH-Gebieten, das sind 255889 ha. Die großflächigen Buchenwald-Lebensraumtypen bilden mit 78 521 ha und einem Flächenanteil von 82 % an den Wald- Lebensraumtypen einen deutlichen Schwerpunkt innerhalb der FFH-Gebiete. Die kleinflächigen Wald-Lebensraumtypen wie Hang- und Schluchtwälder, Eichen-Hainbuchen-Wälder oder Erlen-Eschen-Wälder auf 16721 ha sind aufgrund ihrer geringeren natürlichen Vorkommen seltener (alle Angaben Stand: Dezember 2014).


Mit dem 2010 für den Staatswald verbindlich eingeführten Alt- und Totholzkonzept wird für die Zukunft sichergestellt, dass im Rahmen der naturnahen Waldbewirtschaftung vermehrt Waldflächen der natürlichen Alterung bis zum Zerfall überlassen werden. Habitatbaumgruppen (ca. 7 bis 15 Bäume) und Waldrefugien (auf Dauer aus der Bewirtschaftung genommene Waldflächen von mindestens 1 ha Größe) bieten Lebensraum für Arten, die auf sehr alte Bäume und große Totholzmengen angewiesen sind. Bis Ende 2013 wurden rund 130 000 Bäume in 11 400 Habitatbaumgruppen und 885 Waldrefugien mit einer Gesamtfläche von 2 835 ha aus der Nutzung genommen.

6.6.2 Naturnahe Waldwirtschaft (Auszug Seite 125)

 

Die jungen Wälder von heute sind zu 90 % natürlich, also aus Naturverjüngung, entstanden. Die junge Waldgeneration mit Bäumen bis zu vier Meter Höhe nimmt 36 % der Waldfläche ein. Rund 80 % dieser jungen Wälder wachsen dabei nicht auf Kahlflächen, sondern unter dem schützenden Kronendach der alten Bäume. Dadurch entstehen stufige und strukturreiche Wälder, ein Plus für die ökologischen und gesellschaftlichen Wirkungen, z. B. die Erholungsfunktion des Waldes. 

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