bodenseewald
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Beispiel Leutkircher Wald

Nehmen wir uns als Beispiel für übertriebene Holzernte den Leutkircher Wald, der Haberstenweiler fast vollständig umschließt. Mit Hilfe von Google Maps lässt dich die Gesamtfläche dieses Forstes mit ca 390 Hektar bestimmen. Auf die gleiche Weise lassen sich die Flächen ausmachen, die in den letzten Jahren abgeholzt und wieder aufgeforstet worden sind (überprüft durch Augenschein): Das sind etwa 96 Hektar! Auf der Seite "Holzeinschlag" können Sie auf der Karte von Google die fraglichen Waldstücke sehen!

 

Also wurde etwa ein Viertel der gesamten Waldfläche per Kahlhieb geschlagen! Das ist weit weg vom Leitbild der naturnahen Waldwirtschaft....

 

Blättern wir noch einmal in den "Umweltdaten 2015". Hier heißt es auf Seite 125:

 

"Das Leitbild der naturnahen Waldwirtschaft ist ein gepflegter Wirtschaftswald, der gleichzeitig, grundsätzlich gleichrangig und dauerhaft sowohl Schutz- als auch Erholungsfunktionen erfüllt. Eine ausreichende ökologische und physikalische Stabilität der Wälder ist dabei auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht die Grundvoraussetzung. 


Bei der dritten Bundeswaldinventur 2012 (hier) wurden 50,4 % der Wälder in Baden-Württemberg als „naturnah“ und „sehr naturnah“ eingestuft. Das ist der höchste Wert im gesamten Bundesgebiet. Die Anteile der für den Naturschutz wichtigen alten Wälder mit Bäumen mit mehr als 50 cm Stammdurchmesser sind stark gestiegen. 49 % der Eichen, 50 % der Tannen sowie 34 % des Buchenvorrates sind Bäume mit mehr als 50 cm Durchmesser."

 

Ganz offensichtlich gehört der Leutkircher Wald nicht zu den naturnahen badisch-allemanischen Wäldern! Vor dem großen Kahlschlag der vergangenen Jahre war dieser Forst in weiten Bereichen ein beeindruckender Hochwald - heute ist dort nur noch das Zerrbild eines Waldes zu sehen (Man schaue auf der Karte unter Punkt 52 und 53). Und die Motorsägen arbeiten sich weiter vor....

Der 360° Rundumblick zeigt, wie wenig von dem übrig geblieben ist, was wir gemeinhin "Wald" nennen. Zudem macht das fehlende Laubwerk das ganze Ausmaß deutlich. 

 

Wohlgemerkt, es soll nicht diese "Holzernte" an den Pranger gestellt werden, es ist die allgemeine Vorgehensweise, das rücksichtslose Abholzen so weit man schauen kann! Nachhaltige Waldwirtschaft ist etwas anderes und Rücksicht auf zukünftige Generationen ebenfalls!

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