bodenseewald
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Fazit

Wenn man die im Bodenseekreis betriebene Forstpolitik, bzw. das, was als Extrakt daraus in der Presse dargestellt wird, etwas humoristisch kommentieren wollte, dann ginge das vielleicht mit dem Satz:

 

Willst du, dass deine Erben fluchen, dann pflanze Buchen!

 

Die Gegner der offiziellen Forstpolitik könnten dagegen halten:

 

Willst du, dass Stürme deine Forsten lichten, dann pflanze Fichten!

(Der Sturm Kyril hat im Winter 2006/7 41 Millionen Bäume geknickt, davon 65% Fichten!)

 

Wie fast immer liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Die weiter oben zitierten Erfahrungen aus den Stürmen der vergangenen Jahre und die Erkenntnisse der genannten Forschungsinstitute sollten aber doch auch dem letzten Waldbesitzer oder öffentlichen Entscheidungsträger beweisen, dass in der Forstwirtschaft neue Wege gegangen werden müssen, um für die Zukunft gerüstet zu sein! 

 

Es kann einfach nicht angehen, dass hier im Bodenseewald Holzernte großflächig im Kahlhieb mit anschließender Fichtenaufforstung erfolgt, wie wir für die verschiedensten Stellen aufgezeigt haben, während anderswo längst mit zukunftsträchtigen Methoden gewirtschaftet wird. 

 

Nehmen wir als Beispiel nur einmal den Leutkircher Wald: Wird dort weiterhin so schnell Holz eingeschlagen wie in den letzten wenigen Jahren, dann werden in diesem Bereich in weiteren zehn oder fünfzehn Jahren nahezu nur noch Stangenholz oder Fichtenjungkulturen zu finden sein! Ähnliches gilt auch für den Bereich Olsen. 

 

Aber selbst wenn "die Umtriebszeit (=die Hiebreife) erreicht ist, muss das nicht notwendigerweise mit einem Kahlschlag gleichgesetzt werden. Ein Kahlschlag geht mit vielen negativen Begleiterscheinungen einher. Nachlassende Wasserspeicherfähigkeit, Abbau der Humusschicht, Wegfall der Schattenspender für schattenliebende Baumarten etc. sprechen klar gegen diese Erntemethode. Eine Auflichtung des Waldbestandes kann durch spezifische Hiebsformen (Schirmhieb, Femelhieb, Lochhieb, Saumhieb) erfolgen. Durch die Auflockerung des Bestandes kommt wieder Licht auf den Boden – beste Voraussetzung für eine günstige und ökologisch sinnvolle Naturverjüngung".(Quelle)

 

Wir können und wollen keine fundierte Diskussion mit ausgewiesenen Forstfachleuten über fachspezifische Details führen, wenn aber wissenschftliche Institute (wie z.B. die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Waldwissen.net) dringend ganz andere Wege empfiehlt, als sie vom Kreisforstamt beschritten werden, dann reicht auch durchschnittlicher Menschenverstand von Laien aus, hier mahnend den Finger zu heben und eine Neubewertung des bislang beschrittenen Weges zu fordern!

 

 

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